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20.02.2012

Einstieg vorn ab 5. März 2012 im gesamten HVV

Mit Beginn der Hamburger Frühjahrsferien am 5. März 2012 wird es ganztägig auf den Buslinien im gesamten HVV-Gebiet heißen: Bitte vorne einsteigen und Fahrkarte vorzeigen!  

Schon die bis zum Herbst 2011 ermittelten Ergebnisse des am 7. März 2011 im Bergedorfer und Harburger Raum gestarteten Pilotprojekts „Einstieg vorn“ waren so positiv, dass die Gremien der Verkehrsverbundes damals beschlossen, das Modell auf den gesamten HVV-Bereich auszuweiten.

Der Einstieg vorn ist Teil des seit Ende 2010 praktizierten HVV-Fahrkarten­prüfkonzepts zur Reduzierung des Schwarzfahrens, das - nach aktueller Schätzung - rund 24 Mio. Euro jährlichen Einnahmeverlust verursacht. Im Schnitt wurden in den vergangenen Jahren bei Fahrkartenprüfungen 3 bis 3,5 Prozent der Fahrgäste ohne gültigen Fahrausweis angetroffen. Im Busbereich zeigte sich zudem ein überdurchschnittlich hoher Schwarzfahreranteil, gegen den es im Interesse der zahlenden Fahrgäste vorzugehen galt. In der Folge hat der HVV die Prüfvorgaben im Busbereich um 50 Prozent erhöht, eine intensivere Zusammenarbeit der Unternehmensprüfdienste bei Schwerpunktkontrollen organisiert und den Einstieg vorn als Pilotprojekt gestartet.

Der Vorher-Nachher-Vergleich im Pilotgebiet ergab daraufhin eine Reduzierung der Schwarzfahrerquote von 4,8 auf 1,9 Prozent in Bergedorf und von 6,6 auf 1,7 Prozent in Harburg. Analog dazu konnten die Einnahmeverluste in einem Jahr um rund drei Millionen Euro reduziert werden.

Die Erfahrungen des Pilotprojekts zeigten außerdem, dass der Vorneeinstieg in der Praxis gut klappt. Die Fahrgäste haben sich schnell umgestellt; zu den von einigen Skeptikern befürchteten Fahrzeitverlängerungen ist es nicht gekommen. Oft klappt es mit dem Vorneeinstieg sogar schneller als mit der alten Regelung. Nur wenn an einer Haltestelle mit vielen Fahrgästen der Ein- oder der Aussteiger­anteil deutlich überwiegt, kann es zu Verzögerungen kommen, die aber in der Summe durch den schnelleren Fahrgastwechsel an anderen Haltestellen ausgeglichen werden.

Die guten Praxiserfahrungen sind offenbar ein Grund dafür, dass die Fahrgäste (79 Prozent) ebenso wie die Fahrerinnen und Fahrer (81 Prozent) trotz der erforderlichen Verhaltensumstellung den Einstieg vorn mehrheitlich positiv oder neutral gegenüberstehen, wie die im vergangenen Jahr vom HVV durchgeführten Befragungen ergaben. Voraussetzung für das gute Funktionieren war die intensive Information durch den HVV und die beteiligten Verkehrsunternehmen. Die Kundenbefragung im Pilotgebiet unmittelbar nach Start des Projekts ergab, das 90 Prozent der Befragten die neue Regelung kannten.  

Der Test für die Ausweitung des Modells auf das übrige HVV-Gebiet ist also bestanden. Ab 5. März gilt der Einstieg vorn nun auf allen Buslinien - einzige Ausnahmen sind die im Innenstadtbereich besonders stark belasteten Metrobus-linien 4, 5 und 6; hier gilt der Vorneeinstieg weiterhin erst ab 21 Uhr und am Sonntag ganztägig. Außerdem können Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Gehhilfen weiterhin auf allen Linien an den hinteren Türen einsteigen.

Die Fahrgäste werden - wie schon vor einem Jahr in Bergedorf und Harburg - sehr gründlich durch Plakate, Aufkleber und Ansagen an Haltestellen und in Fahrzeugen informiert. Schon einige Tage vor Start, ab 1. März, werden 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Infoprospekte an die Fahrgäste verteilen, ab 5. März werden dann insgesamt 300 Servicekräfte (Promotionteams, Prüfdienste, Betriebshofpersonal) eine Woche lang an wichtigen Busverkehrsknoten wie z.B. Altona, Wandsbek, Billstedt informieren. Dasselbe geschieht erneut einige Tage lang nach Ferienende. Insgesamt werden 120.000 Infoprospekte an die Kundinnen und Kunden verteilt. 

Auch für das Ausweitungsgebiet erwartet der HVV eine deutliche Senkung der Schwarzfahrerquote und eine Einnahmesteigerung. Zusammen mit den weiteren Maßnahmen des Fahrkartenprüfkonzepts rechnet der HVV mit einer Reduzierung des Einnahmeverlusts von mindestens 6 Millionen Euro für das gesamte Gebiet. Ebenso wie im Pilotgebiet wird im jetzt hinzukommenden Gebiet während des ersten Jahres ein Vorher-Nachher-Vergleich die Veränderung der Schwarzfahrer­quote und Einnahmen sowie die Kundenmeinung dokumentieren.