06.12.2004
Am 12. Dezember beginnt der neue Fahrplan des Hamburger Verkehrsverbundes. Er ist geprägt von verschiedenen zukunftweisenden Angebotsverbesserungen wie Ausweitung des Verbundgebiets nach Niedersachsen und nächtliche Durchfahrt der Schnellbahnen in Hamburg. Gleichzeitig hat der HVV sein Liniennetz unter die Lupe genommen, um Angebot und Nachfrage noch besser aufeinander abzustimmen und angesichts der knappen öffentlichen Mittel zum Teil auch Einsparpotenzial zu realisieren.
Durchfahrt der U- und S-Bahnen in den Wochenendnächten
Mit dem Fahrplanwechsel bietet der HVV seinen Fahrgästen eine „bahnbrechende“ Angebotsverbesserung: U- und S-Bahn verkehren an den Wochenenden auf Hamburger Stadtgebiet – zunächst probeweise für ein Jahr – rund um die Uhr. In den Nächten von Freitag auf Sonnabend und von Sonnabend auf Sonntag fahren die Züge im 20-Minuten-Takt durch. Dadurch verkürzt sich für viele Nachtschwärmer die Fahrtzeit mit dem HVV, besonders wenn sie im Einzugsbereich von U- und S-Bahn-Haltestellen wohnen.
Ergänzend zu den Schnellbahnen fahren die wichtigsten Metrobus- und Stadtbuslinien am Wochenende nachts ebenfalls durch. Dafür entfällt das bisherige Nachtbusnetz. Da sich der durchgehende Nachtverkehr der Schnellbahnen auf das Gebiet Hamburgs beschränkt, verkehren die von Hamburg ins Umland führenden Nachtbus-Linien jedoch weiterhin. Der Verlauf und der Fahrplan der Buslinien wurden auf den nächtlichen Schnellbahnbetrieb ausgerichtet.
Anpassung des Schnellbahnangebots an veränderte Hauptverkehrszeiten
Mit dem neuen Fahrplan passt der HVV das Fahrtenangebot bei U- und S-Bahn dem veränderten Nutzungsverhalten der Fahrgäste in den Hauptverkehrszeiten an. Die Hauptnachfrage verteilt sich sowohl morgens als auch nachmittags bzw. abends auf einen längeren Zeitraum und hat dadurch zu einer Entspannung in den Verkehrsspitzenzeiten geführt.
Folglich verzichtet der HVV morgens bei der U-Bahn auf einige nicht im Fahrplan veröffentlichte Verstärkerzüge. Auch die ersten beiden schwach besetzten morgendlichen Fahrten auf der Linie S11 entfallen.
Dagegen wird abends der 5-Minuten-Betrieb der drei U-Bahn-Linien und der S-Bahn in Richtung Harburg um bis zu 50 Minuten verlängert, um der im abendlichen Berufs- und Einkaufsverkehr gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.
Linie A1: morgens Taktverdichtung , abends Durchfahrt zum Hauptbahnhof
Nach Beendigung der Bauarbeiten auf der Linie A1 fahren die Züge zwischen Quickborn und Eidelstedt in der morgendlichen Hauptverkehrszeit wieder – wie vor dem 31. März 2003 – im 10-Minuten-Takt.
Um den Fahrgästen aus dem nordöstlichen HVV-Gebiet eine umsteigefreie Verbindung zur Hamburger City zu bieten, fahren die Züge der Linie A1 im Abendverkehr montags bis sonnabends von Kaltenkirchen über die bisherige Endstation Eidelstedt hinaus weiter bis zum Hauptbahnhof und zurück. Zusätzlich führen an Sonnabenden auch morgens einige Fahrten bis zum Hauptbahnhof und am frühen Abend zurück. Die Durchfahrt der A1 bis zum Hauptbahnhof gilt drei Jahre lang als Probebetrieb. In dieser Zeit soll geprüft werden, ob sich ein Fahrgastzuwachs einstellt, der die Kosten der Maßnahme rechtfertigt.
Durchfahrtszeiten von Kaltenkirchen in Richtung Hauptbahnhof:
Montag bis Sonnabend von 19:03 Uhr alle 40 Minuten bis 23:43 Uhr,
sonnabends zusätzlich um 8:43, 9:23 und 10:03 Uhr.
Durchfahrtszeiten vom Hauptbahnhof in Richtung Kaltenkirchen:
Montag bis Sonnabend von 20:25 Uhr alle 40 Minuten bis 0:25 Uhr und 0:45 Uhr, sonnabends zusätzlich um 18:25, 19:05 und 19:45 Uhr.
Schnellbuslinie 31 wird eingestellt, neue Eilbuslinie 38 zwischen Lauenburg und Bergedorf
Die bisherige Schnellbuslinie 31, die von Lauenburg bis zur Hamburger Innenstadt führte, wird mit dem Fahrplanwechsel eingestellt. Zwischen den Haltestellen Bf. Bergedorf und Lauenburg, ZOB, wird die Verbindung als Eilbuslinie E38 weiter aufrecht erhalten. Durch den entfallenden Schnellbuszuschlag zahlen die Fahrgäste auf dieser Strecke einen geringeren Fahrpreis als bisher.
Diese Maßnahme wurde getroffen, um Kosten für parallel verkehrende Linien zu sparen. In dem Bereich zwischen Bergedorf und Hamburger Innenstadt bietet der HVV den Fahrgästen gute Alternativen zur bisherigen Linie 31: die im dichten Takt verkehrenden Schnellbahnlinien S21, S2 (von Bf. Bergedorf) und U3 (von Mümmelmannsberg/Billstedt) oder - je nach Einstieg und Fahrtziel – verschiedene Buslinien.
HVV-Erweiterung nach Süden
Mit der Erweiterung des Verbundgebiets sind die Bus- und Bahnlinien der Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in den HVV-Fahrplan integriert worden. Der Umfang des Verkehrsangebots im Erweiterungsgebiet bleibt zunächst im Wesentlichen unverändert. Folgende Bahnlinien südlich der Elbe gehören ab 12. Dezember zum HVV-Netz:
R 21(Lübeck –) Ratzeburg – Lauenburg – Lüneburg
R 30Hamburg – Winsen – Lüneburg
R 31Lüneburg – Göhrde (– Dannenberg)
R 40Hamburg – Buchholz – Tostedt (– Bremen)
R 41Buchholz – Handeloh (– Soltau)
R 50 Hamburg – Buxtehude – Stade – Himmelpforten (– Cuxhaven)
R 51 Hamburg-Neugraben – Buxtehude – Kutenholz (– Bremerhaven)
Die Buslinien in den drei niedersächsischen Kreisen erhalten mit der Aufnahme ins HVV-Angebot neue, vierstellige Liniennummern.
Fahrplanbuch in neuer Ausführung
Wegen des vergrößerten Verbundgebiets hat der HVV das Fahrplanbuch neu gestaltet: Es erscheint erstmals in acht Regionalausgaben jeweils im handlichen DIN-A5-Format und ist - auch erstmals - ein ganzes Jahr lang gültig.
Die neuen Fahrplanbücher sind in den HVV-Servicestellen und im Zeitschriftenhandel erhältlich. Die Ausgabe für den Großbereich Hamburg kostet 3 Euro; die Ausgaben für die sieben Umlandkreise kosten jeweils 1 Euro.
Zusätzlich wird für 1 Euro ein separater Verkehrsnetzplan angeboten, der sämtliche HVV-Linien abbildet.
Die Fahrplan-CD enthält für 5 Euro das komplette HVV-Angebot einschließlich einer Update-Möglichkeit über das Internet.