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18.11.2008

Angebotsoffensive im Busnetz – viele neue Verbindungen

Durch die Erweiterung seines Bedienungsgebiets und neue attraktive Angebote im Schienenverkehr hat der HVV in den vergangenen Jahren viele Fahrgäste hinzu­gewonnen. Dabei wird leicht vergessen, dass über 40 Prozent der Fahrten im HVV mit dem Bus unternommen werden. Entsprechend hoch ist auch hier das Potenzial, mit Angebotsverbesserungen zusätzliche Kunden von den Vorteilen des HVV zu über­zeugen. Ein Beleg dafür ist das 2001 eingeführte Metrobusnetz, das mit 17 Prozent Fahrgastzuwachs von 2001 bis 2007 aufwartet. Zum Vergleich: Die Gesamtfahrgastzahl ist im selben Zeitraum - ohne die 2002 und 2004 hinzugekommenen Erweiterungs­gebiete – um 6 Prozent gestiegen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 startet der HVV nun eine weitere Angebotsoffensive im Busverkehr. Dabei gehen die geplanten Maßnahmen deutlich über eine schlichte Anpassung des Angebots an die stetig steigenden Fahrgastzahlen hinaus. Vielmehr hat der HVV – nach dem Erfolg des Metrobusnetzes – das gesamte Hamburger Stadtbusnetz unter die Lupe genommen und auf Verbesserungs­möglichkeiten untersucht. Es wurden Fahrgastströme analysiert, um herauszufinden, wo durch Linienverknüpfungen, Linienverlängerungen und neue Linien das Busangebot noch besser auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestellt werden kann.

Schon im Vorfeld des Fahrplanwechsels verdichtete die Hamburger Hochbahn Ende Oktober vor allem auf den stark genutzten Metrobuslinien 4, 6, 7 und 23 das Fahrten­angebot. Ab 14. Dezember beginnt nun die eigentliche Angebotsoffensive: In drei zeitlich abgestuften Schritten sollen die aus der Busnetzüberprüfung resultierenden Vorschläge umgesetzt werden. Es sollen neue, attraktive Verbindungen eingerichtet und bestehende Linien erweitert werden. Dies soll einerseits den vorhandenen Kunden bessere Fahrtmöglichkeiten bieten, andererseits rechnet der HVV pro Jahr mit insge­samt etwa einer Million zusätzlicher Fahrgäste durch die neuen Busverbindungen.

Peter Kellermann, Geschäftsführer des HVV: „Der Ausbau unseres Liniennetzes ist ein wichtiger Schritt, um den Fahrgästen mit einem noch attraktiveren Busangebot entgegenzukommen. Ein weiterer Schritt sollte die Beschleunigung des Busverkehrs auf Hamburgs immer dichter befahrenen Straßen sein.“ Der HVV beteiligt sich deshalb an der Vorbereitung eines Projekts der Hansestadt, durch eine intelligente Steuerung der Lichtsignalanlagen den Verkehrsfluss zu verbessern. Hierbei sollten die öffentlichen Verkehrsmittel angemessen berücksichtigt werden, denn jede Fahrt im Bus statt im Pkw ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.


Im Folgenden die aus der Busnetzüberplanung resultierenden Maßnahmen:

Erste Stufe zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008

Hafencity: Die Metrobuslinie 4 wird über den bisherigen Endpunkt Rathausmarkt verlängert und zusätzlich zu den Metrobuslinien 3 und 6 in die Hafencity fahren. Auf diese Weise werden Eimsbüttel und das Univiertel direkt mit der Hafencity verbunden. Neue Endstation aller drei Linien sind die Marco-Polo-Terrassen.

Osdorfer Born: Der Osdorfer Born erhält eine direkte Busverbindung in die Innenstadt. Hierfür verschwenkt der HVV die Metrobuslinie 3 ab Bahrenfeld Trabrennbahn und führt sie über den Osdorfer Born bis zur Endhaltestelle Schenefelder Platz.

Fuhlsbüttel: Vom 11. Dezember an wird die S-Bahnlinie S1 die Hauptverbindung zum Flughafen sein. Die Buslinien im Umfeld des Flughafens werden an die neue Schienen­verbindung angepasst, wobei der HVV auch weiterhin für eine gute Busanbindung dieses Gebiets mit einigen Verbesserungen in der Erschließung sorgt.

Die Bedienung im Bereich der Sengelmannstraße wird nach Einstellung der Linie 110 von der Linie 174 übernommen, die über ihren heutigen Endpunkt am U-Bahnhof Fuhlsbüttel hinaus bis zum Bahnhof Ohlsdorf verlängert wird.

Die Linie 172 endet künftig am U-Bahnhof Fuhlsbüttel. Fahrgäste der 172, die zum Flughafen wollen, können in Ohlsdorf in die S-Bahn umsteigen. Um dem Stadtteil Fuhlsbüttel weiterhin eine Verbindung zum Flughafen zu bieten, wird die Metrobus­linie 26 über die Alsterkrugchaussee verschwenkt und mit der Linie 174 verknüpft.

Für eine bessere Bedienung der Lufthansa-Basis verdichtet der HVV das Fahrten­angebot der Linie 292 zwischen dem Flughafen und der Basis und verlängert diese Linie bis zum U-Bahnhof Lattenkamp. Darüber hinaus bleibt das dichte Angebot der Metrobuslinie 23 und der Linie 114 zur Lufthansa-Basis bestehen.

Neben der S-Bahn wird der Flughafen ab Fahrplanwechsel von drei HVV-Buslinien bedient: Metrobus 26, Stadtbus 292 und Schnellbus 39. Der Flughafen bleibt nach wie vor „rund um die Uhr“ erreichbar. Mit der Nachtbuslinie 606 (montags bis freitags) und der Stadtbuslinie 274 (am Wochenende, ergänzend zum Schnellbahn-Nachtbetrieb ab Ohlsdorf) kann der Flughafen auch nachts erreicht werden.

Zweite Stufe im Frühjahr und Sommer 2009

Im Laufe des nächsten Jahres plant der HVV zwei ganz neue Buslinien und die Verlän­gerung einiger wichtiger Buslinien. Die Maßnahmen dieser Stufe sowie auch der dritten Stufe stehen noch unter dem Vorbehalt abschließender Prüfungen der technischen und der finanziellen Machbarkeit.

Barmbek – Billstedt: Zwischen Billstedt und Barmbek plant der HVV die Einrichtung einer neuen Stadtbuslinie 213. Mit ihr sollen neue Wohngebiete beim Krankenhaus Eilbek und in Billstedt erschlossen und die stark nachgefragte Metrobuslinie 23 entlastet werden.

Hamm – Hammerbrook: Hier will der HVV die Metrobuslinie 25 über die U-Bahn-Station Burgstraße hinaus bis zur S-Bahn-Station Hammerbrook verlängern. Durch diese Maßnahme können Fahrgäste aus dem Süderelbbereich mit nur noch einmaligem Umsteigen bis nach Uhlenhorst und Winterhude fahren.

Walddörfer: Die nördlichen Linienabschnitte der beiden Metrobuslinien 8 und 27 im Bereich Sasel werden getauscht. Die Metrobuslinie 27 endet dann am östlichen Zugang des S-Bahnhofs Poppenbüttel (Stormarnplatz). Die Metrobuslinie 8 wird über S Wellingsbüttel hinaus bis nach Poppenbüttel verlängert und mit der Stadtbuslinie 276 bis nach Ohlstedt verknüpft. Für die Fahrgäste ergeben sich damit deutlich bessere Direktfahrtmöglichkeiten im Einkaufs- und Versorgungsverkehr.

Berne – Farmsen – Tonndorf: Eine neue Stadtbuslinie 167 von der U-Bahn-Haltestelle Berne über die Bekassinenau, Alten Zollweg, U Farmsen bis zum Bahnhof Tonndorf soll die Erschließung Rahlstedter Wohn- und Gewerbegebiete verbessern.

Eilbek – Berliner Tor: Die derzeit am S-Bahnhof Friedrichsberg endende Buslinie 271 soll bis zum U-/S-Bahnhof Berliner Tor verlängert werden. Hiervon profitieren die Stadtteile Eilbek und das westliche Hamm, besonders der Bereich Hasselbrookstraße/ Saling.

Groß-Flottbek – Bahrenfeld – Altona: Die von Schenefeld kommende und bisher in Othmarschen endende Buslinie 186 soll über die Flottbeker Kirche verschwenkt und bis zum Bahnhof Altona verlängert werden. Damit werden sowohl Groß-Flottbek als auch das südliche Bahrenfeld und Ottensen besser mit Altona verbunden.

Dritte Stufe ab Fahrplanwechsel Dezember 2009

Als krönenden Abschluss will der HVV in der dritten Stufe drei ganz neue Direkt­verbindungen zwischen dicht besiedelten und beliebten Hamburger Stadtteilen einrichten. Diese Verbindungen brauchen mehr Zeit bis zur Umsetzung, da hier in größerem Umfang straßenbauliche Maßnahmen in Bezug auf die genaue Linien­führung und Einrichtung der Haltestellen geprüft werden müssen. Wegen des engen Straßenraums auf den ins Auge gefassten Routen muss die betriebliche Durchführbarkeit besonders intensiv vorbereitet werden.

Nach positivem Abschluss der Prüfungen sollen folgende Neuerungen ab Fahrplanwechsel Dezember 2009 realisiert werden:

Altona – Hafenrand – Hafencity: Mit einer neuen Hafenrandlinie 212 will der HVV nach Abschluss der größten Baumaßnahmen am Hafenrand die Hafencity mit Altona verbinden. Die Buslinie soll vom Bahnhof Altona über die Große Elbstraße und weiter entlang dem Elbufer bis zur künftigen U-Bahn-Station Überseequartier führen.

Eimsbüttel – Eppendorf: Eine direkte Verbindung zwischen Eppendorf und dem Zentrum Eimsbüttels um die Osterstraße gibt es bisher nicht. Diese soll durch eine neue Buslinie von U Kelling­husenstraße über U Lutterothstraße bis zur U Osterstraße und weiter Richtung Altona geschaffen werden.

Barmbek – Winterhude – Harvestehude: Ein neuer „Alsterhalbring“ soll die Stadtteile Barmbek-Süd, Winterhude und Harvestehude auf direktem, nördlich der Außenalster verlaufenden Weg verbinden. Hierfür will der HVV die Linien 171 und 115 (ab 14. 12. 2008: Metrobuslinie 15) miteinander verknüpfen, sodass der neue Gesamt­linienweg von Klein-Flottbek über Altona und Winterhude bis nach Bramfeld verlaufen wird.