01.10.2009
Was in der Aktionswoche passiert
Vom 5. bis zum 9. Oktober veranstaltet der HVV in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen (LAG) und unter der Schirmherrschaft von Senatorin Anja Hajduk eine Aktionswoche zum barrierefreien ÖPNV. Zahlreiche Informationen und Aktionen sollen dazu beitragen, Kundinnen und –Kunden des HVV für die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Fahrgäste zu sensibilisieren. Auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verkehrsunternehmen sowie bei mobilitätsbehinderten Fahrgästen selber soll für gegenseitiges Verständnis geworben werden.
Neben den Bemühungen des HVV, durch technische Maßnahmen die Nutzung der Verkehrsmittel für behinderte Menschen zu vereinfachen, soll die Aktionswoche deutlich machen, dass im täglichen Verkehr Verständigung zwischen HVV-Personal, behinderten und nicht behinderten Fahrgästen sowie Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft ebenso wichtig sind.
Außerdem will der HVV gemeinsam mit Verkehrsunternehmen über die Maßnahmen zum barrierefreien ÖPNV informieren. Während der Woche werden zwei Info-Busse in verschiedenen Stadtteilen an öffentlichen Plätzen, vor Einkaufszentren oder bei Behinderteneinrichtungen stehen. Hier erhalten alle interessierten HVV-Kundinnen und -Kunden Hinweise zur Benutzung von Bus und Bahn sowie Informationen über Barrierefreiheit im ÖPNV. Mithilfe von Simulationsbrillen und Altersanzug wird Mobilitätsbehinderung für normal mobile Fahrgäste nachvollziehbar gemacht. In einem der zwei Infobusse bietet die LAG zudem ein Mobilitätstraining an. Hier können mobilitätseingeschränkte Fahrgäste z. B. richtiges Einsteigen und Verhalten an Haltestellen und in Fahrzeugen üben.
Weitere Aktionen in der Woche: Die Verkehrsunternehmen werden Autofahrer, die durch falsches Parken die Anfahrt oder das korrekte Halten der Busse an den Haltestellen behindern, durch Handzettel darauf aufmerksam machen, dass dadurch behinderten Menschen das Einsteigen erschwert oder unmöglich gemacht wird. Außerdem bieten die Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aktionen an, um sie für die Belange von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen zu sensibilisieren und für Fachleute veranstaltet der HVV ein Tagesseminar zum Thema Barrierefreiheit im ÖPNV.
Neues Internetportal (nicht nur) für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
Zum Beginn der Aktionswoche werden HVV-Fahrgäste unter www.hvv.de das komplett überarbeitete Internetportal „Mobilität für alle - barrierefrei unterwegs" vorfinden. Es informiert detailliert über bauliche Gegebenheiten von Regional- und Schnellbahnhaltestellen und deren Umgebung sowie von ausgewählten Ämtern, Behörden und Sehenswürdigkeiten.
Eine besonders nützliche und einmalige Funktion ist ganz neu: die Auskunft über die Betriebszustände der Aufzüge.
Unterhalb der Haltestellenskizze informiert eine Tabelle „Aufzugsinformationen“ über die Ausstattung der Aufzüge an der Haltestelle. Dort wird der aktuelle Betriebszustand angezeigt. Diese Auskunft ist für fast alle Aufzüge der Hochbahn, AKN, P+R-Gesellschaft und der Stadt möglich. Von der Deutschen Bahn werden zunächst etwa 20 Aufzüge an das System angeschlossen sein, weitere sollen später folgen.
Nachdem bereits die Vorgängerversion des Internetportals im Jahr 2003 von den Verkehrsministern der EU einen Preis erhielt, kann der HVV jetzt bundesweit die erste betreiberübergreifende Auskunft über Betriebszustände von Aufzügen präsentieren. Die Aufzugbetreiber haben auch die Möglichkeit, planmäßige Außerbetriebnahmen der Aufzüge in der Tabelle anzukündigen.
Das Internetportal bietet außerdem folgende neue Funktionen:
Stand des barrierefreien Ausbaus der Haltestellen im Schnell- und Regionalbahnverkehr
Mit den Verbundraumerweiterungen nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen hat der HVV sein Engagement für einen barrierefreien ÖPNV auch in den Umlandkreisen verstärkt. Auf Initiative des HVV wurden auch dort Arbeitskreise mit Vertretern aus Behindertenverbänden, Verkehrsunternehmen und Verwaltung gegründet. Die Zusammenarbeit mit dem HVV wurde intensiviert, sodass das Umland stärker von den langjährigen Erfahrungen in Hamburg mit dem barrierefreien ÖPNV und der Zusammenarbeit mit den Behindertenverbänden profitiert.