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Komm gut nach Hause

Barrierefreiheit

Im Rahmen des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) besteht die Verpflichtung, bis 2022 verbindlich aufzuzeigen, wie eine vollständige Barrierefreiheit im ÖPNV erreicht werden soll, und dies mit Maßnahmen zu hinterlegen. Zielgruppe sind in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkte Menschen.

Der barrierefreie Ausbau der Schnellbahnhaltestellen im HVV wird 2022 fast abgeschlossen sein. Aktuell sind über 80 % der U-Bahn- und  S-Bahn-Haltestellen barrierefrei ausgebaut. Die Regionalbahnhöfe sind derzeit zu knapp 90 % barrierefrei ausgebaut.

Mit Blick auf die Gestaltung von Bushaltestellen wurde in einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Behindertenvertretern ein Leitfaden erstellt. Schritt für Schritt sollen nun die Haltestellen nach diesen Kriterien umgestaltet werden.

Die Information über das Angebot des ÖPNV ist gerade für sensorisch oder körperlich eingeschränkte Menschen sehr bedeutend. Ein wichtiger Grundsatz ist dabei, jede relevante Information über zwei Sinne zur Verfügung zu stellen. Dabei ist die Information vor der Fahrt über die Webseite, die App oder auch per Telefon genauso wichtig wie die Information während der Fahrt, etwa an Haltestellen und in den Fahrzeugen. Für die Erstellung von Leitlinien zu diesem Thema tritt – analog zu den Leitlinien für Bushaltestellen – ebenfalls eine Arbeitsgruppe regelmäßig zusammen, in der Aufgabenträger, Verkehrsunternehmen und Vertreter der Behinderten- und Senioren-Verbände ihre Wünsche und Möglichkeiten einbringen.

Was wir für Senioren tun

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung steigt stetig. Die Sicherung der Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben stellt besondere Anforderungen an das räumliche Umfeld und den ÖPNV. Daher sollte in Planung, Gestaltung und Betrieb des ÖPNV verstärkt auf die Bedürfnisse und Wünsche der Älteren eingegangen werden.

Mit dem Ausbau der Barrierefreiheit wird gleichzeitig auch für ältere Menschen der Zugang zum ÖPNV erleichtert, hier gibt es viele Synergieeffekte. Trotzdem behält der HVV auch speziell diese Zielgruppe im Blick, um auf deren besondere Bedürfnisse eingehen zu können. Zu diesem Zweck findet ein regelmäßiger Austausch mit Seniorenvertretern statt.

Barrierefreie Wegeketten

In den vergangenen Jahren sind viele positive Veränderungen, beispielhafte Programme und operative Maßnahmen hinsichtlich der Barrierefreiheit angeschoben und umgesetzt worden.

Dennoch liegen noch erhebliche Herausforderungen auf dem Weg zu einem weitgehend barrierefreien öffentlichen Raum vor uns. Für den Lebensalltag mobilitätseingeschränkter Menschen ist eine räumliche und Zuständigkeitsgrenzen überwindende Verknüpfung der bestehenden Aktivitäten besonders wichtig.

Ziel „barrierefreier Wegeketten“ ist es daher, wichtige und häufig von mobilitätseingeschränkten Menschen genutzte Einrichtungen im Quartier oder im Stadtteil durchgängig barrierefrei miteinander zu vernetzen – beginnend an der Wohnungstür über den Fußweg bis zur Haltestelle, dem nächstgelegenen Einkaufszentrum usw.. Durch die Vernetzung lässt sich der Nutzen der einzelnen Maßnahmen erheblich steigern. Um diese Querschnittsaufgabe erfolgreich anzugehen, ist eine eng abgestimmte Zusammenarbeit verschiedenster Akteure notwendig.

Mit der Broschüre „Mobilität weiterdenken! Barrierefreie Wegeketten“ (3,2 MB) möchten wir Fachleute für die Bedeutung barrierefreier Wegeketten sensibilisieren und dafür werben, deren Umsetzung fachübergreifend gemeinsam anzugehen.